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zum Limbacher Gemeindewappen!Die Besonderheit, die im Gemeindewappen ausgedrückt werden sollte, stellte im Gemeindegebiet von Limbach eindeutig die Tatsache dar, daß es bis zum Abbruch der Oswaldikirche unterhalb des Dorfes Unterlimbach im Jahre 1773 in Limbach zwei Kirchen bestanden. Die Oswaldikirche gilt als die einstige Burgkapelle des von den Dunkelsteinern errichteten, längst abgekommenen Wehrbaues (Großjoslburg). Die Oswaldisäule und der Oswaldialtar in der dem hl. Bartholomäus geweihten Kirche erinnern aber noch an diesen zweiten Kirchenbau.
Zwei Kirchen auf so engem Raum, noch dazu mit sehr programmatischen Patronen, wie dem hl. Bartholomäus und dem hl. Oswald, können nur den Ansatz zweier verschiedener Besiedelungsphasen bedeuten. Der hl. Oswald wurde, bevor er in manchen Gebieten zum Viehpatron wurde, als Kreuzzugsheiliger verehrt. Damit stimmt auch die Weihe der Burgkapelle unterhalb Unterlimbach zeitlich überein. Als christlicher König von Northumbrien in Nordengland wurde er im Jahr 642 vom heidnischen König Penda im Kampf getötet und bald als Märtyrer verehrt. Sein Kult wurde durch irisch - schottische Mönche auf das europäische Festland gebracht, wo er von den gegen die Heiden kämpfenden Kreuzfahrern angerufen wurde, weil der hl. Oswald im Kampf gegen die Heiden sein Leben verloren hatte. Seine Attribute sind der Rabe mit einem Ring im Schnabel, die Krone und das Salbgefäß.
Die Reliquien des Apostels Bartholomäus, der der Legende nach geschunden wurde (Abziehung der Haut bei lebendigem Leibe), wurden um 580 auf die Insel Lipari vor Sizilien gebracht. Von dort wurden sie bei einem Einfall der heidnischen Sarazenen 838 nach Benevent gebracht. Von hier ließ sie der Kaiser Otto III. 983 auf die Tiberinsel in Rom bringen. Damit wurde der hl. Apostel Bartholomäus zu einem reichsheiligen gemacht. Ab dieser Zeit wurden diesem Apostel im ganzen Reich, besonders an dessen Ostgrenze Kirchen gebaut. Nicht anders konnte es sich in Limbach verhalten haben. Auch hier wurde dieser Heilige, dessen Reliquien mehrfach vor Heiden geflüchtet waren, zu einem besonderen Patron, denn damals waren die Ungarn noch größtenteils Heiden, deren Bekehrung mit der Taufe des Sohnes des Apartenfürsten Geisa zum Stefan erst eingeleitet wurde. Die Zeichen des Apostels Bartholomäus sind das Buch und das Messer, aber auch die Märtyrerkrone.
Ausgehend von den beiden Märtyrern, dem hl. Bartholomäus und dem hl. Oswald, wurde deren gemeinsames Zeichen, die Märtyrerkrone, zum Wappen für die Gemeinde Limbach entwickelt. Die Verwendung der verschiedenen Attribute dieser beiden Heiligen hätte nicht zu einer ausgewogenen Gestaltung des Wappens geführt.
Die Urkunde von 1170, in der neben Ebersdorf auch Limbach als Linthbach erstmals urkundlich genannt wird, gab den Anstoß zur weiteren Gestaltung des Wappens. Mit dieser Urkunde wurde, abgesehen von der Gewährung des Begräbnisrechts, auch der Kapelle in Limbach ein beschränktes Taufrecht gewährt. Die Stelle, die dieses Taufrecht betrifft, ist über Limbach hinaus für die Entwicklung des Taufrechtes in der ganzen Steiermark von Bedeutung. Denn die Spendung der Taufe wurde nur an den beiden urchristlichen Tauftagen genehmigt, und zwar am Samstag vor Ostern und am Samstag vor Pfingsten. Getauft werden durfte aber nur jeweils ein einziges Kind, um nicht die Taufrechte der Pfarrkirche von Waltersdorf zu schmälern.
Um das Wappen zu einem sogenannten redenden Wappen zu machen, wurden diese Zeichen zwischen Flanken im Lindenblattschnitt gestellt. Denn Linthbach kann nur den Lindenbach meinen. Bei der Farbgebung wurde als Metall Gold gewählt, das himmlische Metall, Zeichen für unvergängliches Leben, und Rot für das Rot des Blutes, Zeichen des vergänglichen Lebens.